IT-Recruiting: Über den Tellerrand geschaut

Autorin: Friederike Land

Müssen Software-Ingenieure und Web-Developer heute unbedingt Informatik studiert haben?

Wäre ich letztes Jahr nicht zufällig über einen Artikel gestolpert, der dazu einlud, sich für ein von der Bertelsmann Stiftung gesponsertes online Data Science Programm zu bewerben, wäre mir wohl nie aufgegangen, dass auch ich mit meinem sozialwissenschaftlichen Background so einiges von dieser mir bis dahin so fremden und gleichzeitig so mächtigen IT-Welt verstehen würde. Doch genau das kann ich heute etwa ein Jahr später von mir behaupten.

Die Zusage für das Bertelsmann Data Science Programm kam als ich gerade einem Talk von Ida Tin, ihres Zeichens erfolgreiche Internet-Unternehmerin, lauschte. Und so lernte ich zwischen April und Juli 2018 drei Monate lang neben mir bereits bekannten Grundlagen der Statistik wie man Python und SQL nutzt, um Daten zu verarbeiten. Am Ende dieser drei Monate war ich auf den Geschmack gekommen, und so landete ich eines schönen Sommertages in einem Workshop der Pyladies, einer Gruppe junger Python-Enthusiastinnen. Dort traf ich auch auf Karla, die vor einigen Jahren von ihrem Customer Service Job so genervt war, dass sie das Programmieren für sich entdeckte und es zu ihrem Beruf machte. Als ich Karla neulich fragte, wie für sie persönlich der archetypische IT-ler aussähe, antwortete sie:

„Eigentlich kann es jeder sein. Eine Mutter mit zwei Kindern. Eine elegante Frau im Kleid mit jeder Menge Make-up. [...] Es kann der Typ von Nebenan sein. Es kann sogar der Taxifahrer sein, was dich vielleicht überraschen würde. Die einzige Erwartung, die ich eigentlich habe, ist, dass die Person Spaß daran hat, nachzudenken, zu knobeln und wachsen will.“ (original in Englisch)

Im Kontext meiner einjährigen Bestrebungen in der Welt der Computer habe ich nicht nur viel Spaß mit der Programmiersprache Python gehabt, sondern spiele mittlerweile ernsthaft mit dem Gedanken, meine gedeihenden Kenntnisse in einem professionellen Umfeld einzusetzen. Und ich bin nicht alleine. Auch in der S-Bahn prangte mir neulich eine Werbekampagne entgegen, die nach 12 Wochen Programmier-Bootcamp den Karrierewechsel versprach, die Verheißung: wer den Wechsel will und genügend Durchhaltevermögen hat, kann es schaffen.

Als HR Beraterin beiße ich mir oft die Zähne an der Besetzung derjenigen Stellen aus, die klassischerweise mit Informatiker*innen besetzt werden.

Kann der wachsende Markt an IT-Neulingen den Anforderungen, welche diese Jobs mit sich bringen, genügen?
Und was wären die Alternativen?
Wie müssten auch Firmenstrukturen sich verändern, um Diversität in der IT-Branche zu fördern?

Diese und andere Fragen wollen wir gerne mit euch im Rahmen eines Design Thinking Workshops zum Thema „IT-Recruiting und Unternehmenskultur“ am 30. April diskutieren. Gemeinsam wollen wir Erfahrungen austauschen und Ideen entwickeln, denn schließlich ist es keine Frage mehr, ob die Digitalisierung mit den damit verbundenen Herausforderungen kommt oder nicht. Sie ist bereits im vollen Gange. Und die Personalabteilung hat einmal mehr die Macht, neue Akzente zu setzen und strategisch mit neuen Ideen mitzumischen.

Lasst uns deshalb gemeinsam schauen, was möglich ist. Don’t wait, innovate!

Wenn ihr mehr über den Einsatz von Design Thinking im Kontext Personalmanagement erfahren wollt, dann könnt ihr euch hier unser kostenloses Whitepaper zum Thema runterladen oder zu unserem Workshop anmelden.

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