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Glücklich im Job - das geht!

Wantedly Gründerin und CEO Akiko Naka über Motivation und Erfolg im Beruf

2018/06/28

Lebe nicht im Stillstand, sondern verfolge die Dinge im Leben, die dich wirklich interessieren!

Einen sicheren, gut bezahlten Job bei Goldman Sachs kündigen, um Manga Zeichnerin zu werden: Ernsthaft?!

Akiko lacht. „Ja, ich wollte einfach wieder Manga Zeichnerin werden!“

Mit 33 als jüngste Frau ein Unternehmen zu führen, das an der Börse in Tokio gelistet ist, ist eine große Leistung, doch Akiko Naka bringt neben ihrem sympathischen Auftreten und aufgeweckten Charisma bereits jahrelange Erfahrung mit. Bereits während ihres Studiums der Volkswirtschaftslehre an der Kyoto Universität gründete Akiko Naka ihr erstes, eigenes Tech-Startup.

„Es war ein Desaster! Obwohl wir Kundenaufträge zum Erstellen von Websites hatten, kamen wir nicht voran“, sagt sie.

Nach ihrem vierten Jahr an der Universität nahm sie dann ein Angebot von Goldman Sachs an - und erlebte eine unglückliche Überraschung:

Im Zuge der Finanzkrise im Jahr 2008, welche unter anderem die Investmentbank Lehman Brothers in die Insolvenz trieb, war auch Goldman Sachs gezwungen, Mitarbeiter zu entlassen.

Kollegen mussten gehen und die Menschen, mit denen Akiko gern arbeitete, verließen nach und nach das Unternehmen. Ein Gefühl der Hilflosigkeit wurde immer mehr zum alltäglichen Begleiter.

„Ich habe mich für Goldman Sachs aufgrund meiner Kollegen entschieden, aber von meinem Team waren bald nicht mehr viele übrig.“

Manga wurde ihre Zuflucht. Da sie zunehmend keinen Sinn mehr in ihrem Beruf sah, beschloss sie kurzerhand zu kündigen und zu ihrer Mutter nach Hokkaido zu ziehen, die dort an der Universität lehrte.

Dort widmete sie sich voll und ganz dem Zeichnen von Manga, bis es fast schon zur Besessenheit wurde.

„Ich habe an unendlich vielen Wettbewerben teilgenommen und kam auch oft bis ins Halbfinale - für ein Finale reichte es jedoch nie.“

Neben ihrer Liebe zu Manga, war Akiko schon immer ein Technik-Enthusiast, (bereits mit 12 erstellte sie ihre erste eigene Website) und brachte sich auch selbst das Coden bei. Diese Faszination für Technik ermöglichte ihr den Jobeinstieg bei Facebook - und führte letztendlich zur Gründung von Wantedly.

„Ich hatte die Idee, eine Seite zu erstellen, auf der man seine Zeichnungen veröffentlicht und Menschen auf der ganzen Welt die Manga in ihre Sprache übersetzen können. In diesem Zusammenhang traf ich einen Facebook Manager aus Japan auf einer Konferenz, der mir einen Job in Tokio anbot.”

Sie träumte allerdings noch immer von ihrem eigenen Tech-Startup - weshalb sie dann, im Jahr 2012, mit neu gewonnenem Wissen aus ihrer Zeit bei Facebook, Wantedly gründete.

Diese Reise war jedoch nicht immer einfach. In Erinnerung an die Anfangsjahre von Wantedly zeigt sie uns ein Bild, auf dem sie und ihre CTO im Winter in ihrem Büro zu sehen sind, ohne Licht und eingepackt in dicke Wintermäntel.

„Wir haben versucht, die Strom-und Heizkosten so gering wie möglich zu halten“, lacht sie.

Ihre Eltern, beide Akademiker, ermutigen sie stets, ihrer Leidenschaft treu zu bleiben und immer wieder Neues zu wagen.

Dies setzte den Grundstein für ihre Entscheidung, Wantedly zu gründen - eine Jobplattform, die Benutzer und Unternehmen aufgrund von geteilten Werten und Visionen verbindet, anstatt traditioneller Faktoren wie Gehälter und Benefits.

Lieblingsfarbe? Pink!

Daniel Pink stellt in seinem Buch „Drive - was Sie wirklich motiviert“ die Theorie auf, dass Menschen langfristig intrinsisch motiviert sein müssen und, ähnlich wie in Maslows Bedürfnispyramide, das tun sollen, was sie wirklich interessiert.

Sie erkennt den Grundgedanken dieses Buches in ihren Kindheitserinnerungen: ihre Eltern sahen ihre Berufe eher als persönliche Projekte; obwohl sie nicht viel Geld verdienten, gingen sie leidenschaftlich dem nach, was sie wirklich interessierte und erfüllte.

„Meine Mutter könnte man als Workaholic bezeichnen. Sie arbeitet immer noch jeden Tag - sogar am Wochenende. Das tut sie aber nicht, weil sie dazu gezwungen ist, sondern weil ihr die Arbeit wirklich Spaß macht.“

Aiko ist sich sicher, dass genau diese Einstellung ihre Eltern zum Erfolg geführt hat.

„Sie können nun die Früchte ihres Erfolgs ernten und führen ein wundervolles Leben. Sie reisen um die ganze Welt! Es ist vergleichbar mit dem Rennen zwischen dem Hasen und der Schildkröte: wenn du das machst, was du magst, wirst du am Ende gewinnen, selbst wenn alles manchmal langsamer voran geht,“, meint sie enthusiastisch.

Bezogen auf Wantedly, zeigt sie durch diesen Ansatz, dass der anfängliche Glaube und die Begeisterung an die Idee das Wichtigste sind.

„Als Facebook gegründet wurde, war es ein einfaches Online-Adressbuch - hier gab es noch keine Vision davon, die Welt zu vernetzen. Und Twitter war nur ein Nebenprojekt von Odeo, einer Podcast Website.“

Auch Wantedly fing klein an. 25.000 Unternehmen und 2,5 Millionen User später, ist Wantedly heute das größte soziale Businessnetzwerk in Japan. Man kann also behaupten, dass Akikos Philosophie sich hier bewahrheitet hat.

Dem Leben einen tieferen Sinn geben

Soziale Normen zu hinterfragen ist auch für Akiko kein unbekanntes Terrain. In einem Land, in dem Jobsicherheit sehr wichtig ist, war die Entscheidung, sich in die Startup Szene zu trauen, sehr gewagt.

„Ich habe das Gefühl, dass sehr viele Menschen, gerade die hochgebildeten, oft dem sozialen Druck der Familie und Gesellschaft nachgeben, ein komfortables Leben führen zu müssen. Sie studieren, um in großen Unternehmen arbeiten zu können und haben das Gefühl, von diesem Weg nicht abkommen zu dürfen.“

Das Rad der Zeit hält niemand auf, und gerade in unserer schnelllebigen Gesellschaft zählt jeder Moment. Sie rät uns, nur Zeit in Projekte zu investieren, die uns wirklich interessieren, denn Zeit sei das wertvollste Gut unseres Lebens.

„Du lebst nur einmal und jeder Moment unseres Lebens ist kostbar“

Des Weiteren glaubt sie, dass jeder Mensch einem tieferen Sinn in seinem Leben folgen und die Welt durch sein Wissen, Talent und Fähigkeit verbessern sollte.

Wantedly versucht seine User genau hierbei zu unterstützen.

„Wir sehen viele Aspekte unseres Lebens als Selbstverständlichkeit, wie Eiscreme mitten im Sommer oder Ananas im Winter (im 16. Jahrhundert konnten sich sogar Könige so etwas nicht leisten). Unser bequemer Alltag ist das Ergebnis harter Arbeit anderer. “

Vieles in unserem Leben wäre ohne die leidenschaftliche Hingabe großer Denker, Künstler und Wissenschaftler nicht möglich. Wir stehen alle auf den Schultern von Riesen. Oder wie Steve Jobs sagt: „der einzige Weg, um Großes zu leisten, ist das zu tun, was du liebst!“

Nur durch sinngebende Arbeit können wir das Leben Anderer verbessern und die Welt zu einem besseren Ort machen.

  • Written by

    Loredana Matthie

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